Ein "sächsisches Urgestein"
Der Soldatenberuf war sein Leben. Helmut gehörte zu den "Alten Adler", die nach dem Zweiten Weltkrieg sich zunächst durchschlagen mussten um zu überleben. Er arbeitete als Landwirt, bis er im Radio hörte, dass der Aufbau der Bundeswehr bevor stehe. Sofort meldete er sich als Freiwilliger. Wie gesagt, "Soldat sein war sein Leben"! Doch lasst uns ein paar Stationen seines Lebens näher betrachten. Helmut wurde 20.11.1920 in Zwickau in Sachsen geboren. Von Anfang an meldete er sich bei der neuen Fallschirmtruppe der deutschen Wehrmacht, bei der er auch bis zum Kriegsende als Soldat kämpfte. Mit unserem ehemaligen Boxidol Max Schmeling verband ihn eine enge Freundschaft. Bei seinem Kretaeinsatz 1941 sprang Max Schmeling in der Maschine vor ihm aus einer Ju 52. Max Schmeling verletzte sich bei diesem Sprung und Helmut Stehfest traf ihn verletzt in einem Hohlweg. Bis zu seinem Tod 2003 stand Helmut in Verbindung mit Max. Er widersprach auch heftig, wenn jemand sagte, das Bild, wo Max Schmeling in der Tür einer Ju 52 als Fallschirmspringer stand, sei nur Propaganda gewesen. Nein, Max war tatsächlich in Kreta mit angesprungen.
Am 20.5.1994, Kranzniederlegung durch die Kameradschaft in Niederauerbach, anlässlich des "Kreta-Tages" Von links: Klaus Hecht, Karl Kuchenbrod, Helmut Stehfest (Kretakämpfer), Ludwig Hennemann
Helmut Stehfest gehörte auch zu der Truppe die bei der Befreiung des italienischen Diktators, des "Duce" Benito Mussolini, dabei war. Bei einem weiteren Einsatz an der Ostfront bei Leningrad wurde er verwundet. Noch lange nach dem Krieg stellte ein Arzt einen Granatsplitter unter der Kopfhaut fest. Nachdem er als Oberfeldwebel aus der Bundeswehr ausschied, zog sich Helmut nicht auf das Altenteil zurück, sondern er fuhr für eine Zweibrücker Wäschefirma LKWs. Bei einem schweren Unfall verletzte er sich schwer und verlor ein Bein. In dieser Zeit hatte ich Helmut bereits schon gekannt und hatte diesen Vorgang mitbekommen. Ich kann nur sagen, auch durch diesen schweren Vorfall ließ sich Helmut nicht unterkriegen. Wenn ich mich richtig erinnere, arbeitete er sogar in der Wäscherei weiter. Viele Jahre später traf ich Helmut bei der Kamerdschaft wieder und erfuhr erst dort, dass er auch zur Fallschirmtruppe gehörte. Da wurde mir einiges klar, der eiserne Wille kommt nicht von ungefähr.
Sepp Burkholder

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